Tag Archiv:Pressekodex

TS139/20: Ummendorf: Ist auch die wiederholte Bauplatzvergabe fragwürdig?

Ja.
Beleg:

Ich habe schon wieder einen anonymen Brief erhalten!
Ach du armes, armes Hascherl! [reicht der Redakteurin ein Tempo zu]
Nee, nicht so. Dieses Mal richtet sich die Anonymität gegen
den Ummendorfer Bürgermeister Klaus B. Reichert.

„Anonymität gegen …“ – bist du sicher, Frau Linguistin?
Krutzitürken! Du weißt genau, was ich meine!
Besser wär, du schriebest es?
Und die verwendete Exklamation ist übrigens rassistisch.

Der anonyme Brief in der Causa Ummendorf, der mir gestern per Post zuging, endet mit:

Warum anonym? Vermeidung von negativen Folgen für den kritischen Fragesteller.
(Auszug aus einem anonymen Brief an „Karin Burger, SatireSenf“ vom 06.10.2020)

*
Der kritische Fragesteller … aus Ummendorf?

Allmählich wird es mit den anonymen Briefen und anonymen Ansichtskarten etwas anstrengend. Eingewebt in den vorliegenden Fall ist das mit obigem Zitat zum Ausdruck gebrachte Misstrauen gegen diese Redaktion, den immer wieder versprochenen Informanten-(Fragemanten-)schutz auch wirklich zu gewähren.

Hinzu kommt, dass der Adressat der im Brief gestellten Fragen nicht wirklich eindeutig ist. Soll ich die beantworten? Kann ich nicht. Ich kann sie noch nicht einmal so in einer Presseanfrage an die Gemeinde Ummendorf verwerten.

Außerdem wissen wir ja spätestens seit hier, dass der Ummendorfer Bürgermeister Klaus B. Reichert auch noch über dem Landespressegesetz Baden-Württemberg steht und kritische Pressenfragen nicht beantwortet. Weiterlesen

TS129/20: #Salemwahl: Offener Brief an Südkurier-Redakteur Stefan Hilser

Sehr geehrter Herr Hilser,

wie geht es Ihnen? Ich mache mir zunehmend doch etwas Sorgen um Sie und Ihre Kolleg*innen in der Redaktion Überlingen mit Blick auf Ihre Berichterstattung zu Salem. Denn die Bürgermeister-Wahl dort scheint der (satirisch gestimmten) Betrachterin von G. s. D. ein bisschen weiter weg inzwischen zu einer Art Tageszeitung-Wahl auszuarten? Mit welchem Salemer auch immer ich spreche, alle meine Gesprächspartner schildern mir in grellen Farben ihren Südkurier-Leidensdruck. Und sie kalkulieren unverhohlen zu der Frage, mit welchem künftigen Bürgermeister sie dem allmächtigen Südkurier Grenzen setzen und unabhängige sowie kritische Lokalberichterstattung erwirken könnten.

Mit dem Bürgermeister-Kandidaten Dr. Roland Martin ist dieser Südkurier-Verzweifelten-Gruppe eine vermeintlich attraktive Option zugekullert. Kein Mensch weiß, ob dieser rhetorische Fettnäpfchen-Hüpfer mit unaufklärbarem Hintergrund den vielfältigen Ansprüchen des ehrgeizig anvisierten und berufsfremden Amts gerecht werden kann. Aber eins weiß man spätestens seit Martins spektakulärem Abgang bei Ihrer Podiumsdiskussion am 22. September 2020 sicher: Er wird nicht mit dem Südkurier kuscheln!

Hätten Sie nicht das Gefühl, dass der Südkurier hier – übrigens für andere Orte der Region beliebig austauschbar auch durch die SchwäZ – einen Einfluss auf Demokratie und auf Wahlen nimmt, der – welcher Ausdruck passt? – d i s k u s s i o n s w ü r d i g  ist?

Die hat’s gerade nötig.

Haben wir nicht ein fettes Problem, wenn Wähler bei der Auswahl ihres Bürgermeister-Kandidaten nicht mehr die Eignung für ein Amt bewerten, sondern die Nähe oder Distanz des Bewerbers zum örtlichen Tageszeitungsmonopolisten und seinen Redakteur*innen?

Jetzt können Sie zu meinem oben angegebenen Stimmungsbild in Salem einwenden, es seien die „falschen“ Adressaten gewesen. Dem kann ich kaum etwas entgegnen, denn Bürgermeister Manfred Härle (CDU!) und andere regionale Sonnenkönige gehören aus offensichtlichen Gründen nicht zu meinen präferierten Gesprächspartnern. Da sind Sie näher dran! Viel näher. Zu nah?

Neidisch?

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TS98/20: „Zeitung für kommunale Wirtschaft“ manipuliert Artikel nach SaSe-Presseanfrage

Siehe zu diesem Artikel auch PB3.

Zuerst war es ein Routine-Vorgang: Im Kontext mit meinen Recherchen zum Gemeindetag Baden-Württemberg (siehe dazu auch PB1) war ich auf folgenden Artikel in der Zeitung für kommunale Wirtschaft (ZfK) gestoßen: „Klimaschutzpakt mit kommunalen Landesverbänden“.

Er kam mir „komisch“ vor, weil die Berichterstattung – in ihrer originalen Version von mir gesichert am 12.07.2020 – keinen Hinweis auf irgendeine Veranstaltung, einen Vortrag oder auch eine Pressemitteilung gibt. Was der Laien-Leser als leichte Irritation vielleicht wieder aus seiner Wahrnehmung drückt, gibt der Skeptikerin Anlass zur Recherche.

Und tatsächlich: Der angebliche „Artikel“ der ZfK ist eine nahezu hundertprozentige Übernahme einer Pressemitteilung des Umweltministeriums Baden-Württemberg vom 08.07.2020: „3. Klimaschutzpaket mit den kommunalen Landesverbänden unterschrieben – 27 Millionen Euro für weitere Klimaschutzmaßnahmen“.

Nun ist es jedoch so, dass der Pressekodex unter Ziffer 1, Richtlinie 1.3 zwingend vorschreibt, dass Pressemitteilungen als solche zu kennzeichnen sind. Für den Leser muss ersichtlich sein, dass sich hier nicht ein Journalist bzw. eine Redaktion verlautbart, sondern der Leser es unmittelbar mit den Behauptungen einer Behörde zu tun hat. Weiterlesen

PB3: Die „Zeitung für kommunale Wirtschaft“ hat es auch nicht nötig

Folgende nicht beantwortete Presseanfrage ist eine Petitesse, Marginalie – nicht weiter relevant. Aber sie besitzt durchaus Symbolkraft für die SaSe-These, dass sich zumindest einige Bürgermeister und andere Kommunalpolitiker mitsamt dem dazugehörigen strukturellen Umfeld jenseits von Recht und Gesetz wähnen, die für sie nicht gelten sollen. Den weiteren Kontext zu diesem Vorgang entnehmen Sie bitte meinem Artikel TS98/20.

Uneigentlich erhält der Vorgang durch die Tatsache besondere Bedeutung, dass die Zeitung für kommunale Wirtschaft den Artikel NACHTRÄGLICH und NACH meiner Presseanfrage und vor allem auch ohne (die vorgeschriebene) Kennzeichnung verändert hat. Weiterlesen

TS94/20: Salem: Südkurier-Schwurbel-News zu Berichtsreportern, Haarfriseuren und Pferdereitern

So etwas gibt es nur bei der Provinzpresse? Da veröffentlicht der Südkurier einen ganzen langen Artikel über ein Thema und lässt einen der beiden Hauptakteure noch nicht einmal zu Wort kommen. So geschehen in Salem. Dort verfasst die Südkurier-Redakteurin Jenna Santini einen Text, bei dem schon die Überschrift (sprachliche) Rätsel aufwirft: „Darum hat die Gemeinde Salem rechtliche Schritte gegen eine Blogschreiberin ergriffen“.

Was zur Hölle bitte ist eine „Blogschreiberin“? Ist das so etwas Ähnliches wie eine „Wäschebüglerin“, eine „Stoffnäherin“ oder ein „Pflanzengärtner“?

Wir alle haben uns inzwischen daran gewöhnt, dass die SchwäZ– und Südkurier-Redakteure – vornehmlich in den ländlichen Redaktionen – vom Pressekodex nicht viel halten; ihn teilweise möglicherweise nicht einmal kennen? Dabei wäre es schon Bestandteil gesellschaftlicher Anstandsregeln demjenigen, den man zu Gegenstand seiner Berichterstattung macht, die Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Auf diesen Anstand ist beim Südkurier geschmissen!

Denn: Berichtsgegenstand von Santinis oben genanntem Artikel bin: ICH! Die von der Tautologie in der Überschrift beleidigte „Blogschreiberin“ ist: KARIN BURGER. Weiterlesen

SatBur18: Nachgetreten: Der Südkurier, Siegfried Volk und die Silphie

Im SaSe-Bericht über eine Veranstaltung des Arbeitskreis bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in Pfullendorf am 14. Februar 2019 hatte ich den Kommentar des Südkurier-Redakteurs (Pfullendorf) Siegfried Volk gelobt. Darin arbeitet der Journalist den eigentlichen Zweck der AbL-Veranstaltung heraus und beschreibt das durchgängige Dilemma agrarpolitischer Debatten. Aus seiner Sicht.

Verzichtet hatte ich bei meinem Lob in dem ohnehin wieder einmal sehr lese-intensiven Beitrag auf die Kommentierung des Predigtteils, ohne den beim Südkurier auch nichts möglich zu sein scheint. Ein Südkurier-Moralprediger besonderer Güte ist etwa auch der Journalist Karlheinz Fahlbusch, der seine seelsorgerischen Tätigkeiten bei dieser oder einer anderen Gemeinderatssitzung auch gleich auf die gesamte Besetzung des Pressetisches ausdehnt. Diese Aufgabenüberlastung führt dann gelegentlich dazu, dass seine Berichte nicht ganz fehlerfrei sind. Anders als in diesem (auch nur bedingt, da von den Betroffenen als „toxisch“ empfunden) lobenswerten Fall wurde im obigen Beispiel der Fehler für die Leser nicht nachvollziehbar korrigiert. Das ist ein Verstoß gegen den Pressekodex, Ziffer 3: Richtigstellung.

Angesichts des aktuellsten Medienskandals um das „Framing Manual“ der ARD entwickeln die unsäglichen Moralpredigten im Südkurier ein ganz neues Assoziationsszenario. Weiterlesen

TS14/19: Donnerwetter in Überlingen: Südkurier korrigiert falsche Tatsachenbehauptung

Wovon Bürgerrechtler in diesem Fall in Heiligenberg, in Langenargen oder in Uhldingen-Mühlhofen im Jahr 2019 im Hinblick auf presserechtlich einwandfreies Vorgehen nur träumen können, ist in Überlingen offensichtlich gar kein Problem. Dort war dem Südkurier bei einem ausführlichen Bericht über die „Aufstellungsversammlung“ der Wählerinitiative Bürger für Überlingen BÜB+ für die Kommunalwahlen 2019 ein nicht unwesentlicher Fehler bei der politischen Einordnung unterlaufen. Die BÜB+-Verantwortlichen haben den Autor Stefan Hilser sofort auf diesen Fehler aufmerksam gemacht.

Und was macht der Südkurier? Alles richtig: Die Online-Version des Berichts wurde entsprechend korrigiert. Und das auch noch für den Leser nachvollziehbar (wichtig!):

Hinweis der Redaktion: In einer ersten Fassung dieses Textes hatte es geheißen, dass BÜB+ ein Zusammenschluss von Linken und BÜB sei, doch legt BÜB+ Wert auf die Feststellung, dass das nicht der Fall sei, sondern man für alle Menschen offen sei, auch für Mitglieder anderer Parteien. Vereinsvorsitzender Diestel hat sogar die Sorge, dass einzelne Mitglieder nicht begeistert davon wären, mit der Linken in Zusammenhang gebracht zu werden (siehe weiter unten).
(Südkurier 21.02.2019: „Gemeinderatswahlen: BÜB+ hat mehr Bewerber als Listenplätze“)

Transparente Fehlerkultur im Einklang  mit dem Pressekodex – geht also doch (beim Südkurier)?
Fragt sich nur, ob Überlingen auch in presserechtlicher Hinsicht dauerhaft  als positiver Spezialfall vereinsamt oder ob sich zeitgemäße Publizistik mit einer ehrlichen und transparenten Fehlerkultur auch in den diversen Redaktionen – egal welchen Verlags – entlang des Sees und den angrenzenden Landkreisen durchsetzt?

TS01/19: Langenargen: Einordnungshilfen zu einem Jubelbericht über Integration

Das neue Jahr hat begonnen, aber das alte pocht mit bisher (von SaSe) noch nicht kuratierten Meldungen auf seine Langzeitwirkung. Zum Beispiel ein – auch ohne satirischen Impetus –nur als Jubelbericht zu bezeichnender Artikel in der Schwäbischen Zeitung über die Qualität der Integrationsarbeit in den Seegemeinden i. e. Eriskirch, Kressbronn und Langenargen.  In der vornehmen Pflicht der Kuratorin reiche ich den SaSe– und SZ-Leser/innen noch folgende wichtige Informationen zu, die sie für eine sachgerechte Einordnung des bezeichneten Berichts benötigen:

Erstens: Fast möchte man dem Langenargener Bürgermeister Achim Krafft zu seiner vorausschauenden Öffentlichkeitsarbeit gratulieren. Der Jubelbeitrag „In den Seegemeinden funktioniert die Integrationsarbeit gut“ erschien am 17. Dezember 2018. Wenige Tage zuvor muss bei der Gemeinde Langenargen ein drei Seiten umfassendes Widerspruchsschreiben eingegangen sein, das ziemlich exakt und unter Verweis auf konkrete Daten und Fakten den Eindruck zu erwecken in der Lage sein könnte, dass es mit der Integrationsarbeit im Einzelfall dann doch nicht ganz so gut klappert. Dieses Schreiben eines ehrenamtlichen Flüchtlingshelfers, das schwere Vorwürfe gegen Gemeinde, Landratsamt sowie einen der im SZ-Artikel bejubelten Mitarbeiter des „Integrationsteams“  erhebt, liegt dieser Redaktion vor. Weiterlesen

TS13/17: Digitales Gesundheitskonto: Schwäbische Zeitung erfindet Gesundheitsministerium

Unser Thema heute (und in den nächsten Wochen?): Einführung eines digitalen Gesundheitskontos im strukturschwachen Landkreis Sigmaringen. Mit einer finanziellen Unterstützung von sagenhaften 150.000 Euro des Ministeriums für den Ländlichen Raum will das Ärztenetz Gesundheitsnetz Süd (GNS eG) in Kooperation mit der Firma Vitabook aus Jesterburg in unserem Landkreis als Pilotprojekt ein sogenanntes digitales Gesundheitskonto einführen. Dort sollen dann unter der ausschließlichen Direktive des Patienten alle relevanten Gesundheitsdaten für Ärzte, Apotheken und andere medizinische Dienstleister abrufbar sein.

Die Option als solche ist auch unter der Bezeichnung „Patient digital“ bekannt. Die Bertelsmann Stiftung forscht zu den vielfältigen Fragestellungen, die sich damit verbinden.  Diese Fragestellungen jedoch bestehen nicht für die beiden Protagonisten in unserem Landkreis, die einfach schon einmal loslegen bzw. loslegen wollen.

Die Berichterstattung in der Regionalpresse à la Südkurier und Schwäbische Zeitung zu diesem gesundheitspolitisch sehr brisanten Projekt hält sich noch in verdammt engen Grenzen. Als ein Thema, das kritische Berichterstattung und ausführliche Recherche verdient, kommt es beim Südkurier bisher überhaupt nicht vor.

Aber die Schwäbische wagt sich an das heiße Eisen. Und platscht gleich mit Bravour ins Fettnäpfchen. Publizistik kann aber auch schwer sein, sobald man sich aus den bequemen Bahnen der puren Terminberichterstattung und des Verlautbarungsjournalismus hinausbegibt … Weiterlesen

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